Biologie

Reportage
Gläsernes Labor – Berlin-Buch


Am 12.05.2014, einem Montag, besuchten wir, der Biologie-Leistungskurs, das Gläserne Labor in Berlin-Buch, ein Labor für Schülerinnen und Schüler. Unser Leistungskurs hatte das Ziel, im Rahmen des Lehrplans sich mit ökologischen Themen zu beschäftigen. Zuerst mussten wir Laborkittel anziehen, da das ein Labor der Sicherheitsstufe eins war und wir unter anderem unsere Kleidung schützen mussten, auch wenn sich dies als unnötig erwies, da wir nur mit Mikroskopen gearbeitet haben. Aber naja, Vorschriften sind Vorschriften. Die Leiterin des Ökologie-Kurses weihte uns erst ein und dann besprachen wir, was unser Kurs machen würde. Wir hatten vor, einen Parasiten von Rosskastanien (die übrigens nichts mit Esskastanien zu tun haben), die sogenannte Kastanienminiermotte, zu untersuchen. Erst kam die Theorie: Wir informierten uns zu Rosskastanien, Bäumen, die in Berlin häufig vorkommen und zu der Kastanienminiermotte, einem Parasiten, der genauso häufig in Berlin vorkommt, wie die Rosskastanie selbst.
Die Einführung


Steckbrief
Gemeine Rosskastanie:
Art: Aesculus hippocastanium
Gattung: Aesculus (Rosskastanie)
Familie: Hippostanaceae (Rosskastanien-Gewächse
Ordnung: Rosidae (Rosenähnliche)
Klasse: Dicctyledonae (Zweikeimblättrige)
Abteilung: Angiosperme (Bedecktsamen)
 

Die Rosskastanie ist ein Gewächs, das aus wärmeren Gegenden, wie dem Balkan stammt. Es ist ein sommergrüner Baum, der bis zu 30 Meter hoch und 300 Jahre alt werden kann. Die Rosskastanie hat Flachwurzeln und ist somit recht stabil im Boden verzweigt. In Deutschland wurde die Kastanie im 19 Jh. beliebt und wurde gern als dekorative Pflanze in Gärten und Parks genutzt. Heute ist sie in Deutschland weit verbreitet und kommt auch oft in Städten vor, was auch ein Problem ist, da die Rosskastanie wegen ihren flachen, aber breitliegenden Wurzeln wenig Platz hat und somit der abiotische Faktor Platzbedarf in Städten nicht optimal ist. Auch die abiotischen Faktor Luftqualität ist in Städten unzureichend und verhindert die  Verbreitung der Rosskastanie. Da die Rosskastanie aus warmen Regionen kommt, benötigt sie wenig Wasser und kann deshalb auch bei sehr trockenen Klima gut ohne Wasser auskommen. Jedoch wird die Rosskastanie seit neuester Zeit von Parasiten befallen, die sich in Europa sehr schnell verbreiten.

Steckbrief

Kastanienminiermotte:
Art: Cameraria ohndella
Gattung: Cameraria
Unterfamilie: Lithocolletinae (Blatt-Tutenmotte)
Familie: Gracillariidea (Miniermotten)
Ordnung: Lepidoptera (Schmetterlinge)
Klasse: Insecta (Insekten)
 

Die Kastanienminiermotte ist ein Parasit, der sich von den Säften und Nährstoffen der Laubblätter, der Rosskastanie ernährt. Die ersten Miniermotten schlüpfen im Frühjahr innerhalb eines Laubblattes. Sie fressen sich innerhalb des Laubblattes sogenannte Minen durch. Sobald die Larven ein gewisses Alter erreichen, verpuppen die sich in Kokons. Nach mehreren Tagen schlüpfen dann die Motten und machen sich bereit um neue Genrationen zu bilden. Das Problem für die Rosskastanie ist, dass die Laubblätter wenig bis keine Photosynthese betreiben können und der Baum kein Glukose bilden kann.

Also, vor der Arbeit erstmal den Energiebedarf mit Nährstoffen ausgleichen. Mahlzeit!
Als wir mit der Theorie fertig waren, begannen wir mit der Praxis. Wir gingen raus auf den Campus Buch und suchten nach Rosskastanien. Wir hatten vor, mit Miniermotten befallene Blätter zu untersuchen und zu sehen, an welcher Kastanienseite die Larven am meisten verbreitet sind.

Um den Lichteinfall an diesen Seiten zu messen, benutzte der Bio-LK Luxmeter, mit denen man die Lichtintensität messen konnte. Sobald wir dies erledigt haben, gingen wir zurück in das Labor und untersuchten die Larven, die übrigens ganz schön eklig aussahen, unter dem Mikroskop. Wir sind zum Schluss gekommen, dass die Larven vor allem an den Seiten mit der höchsten Lichtintensität vorkamen, in unserem Fall war das der Westen. Dies hat unser Bio-LK auch erwartet, da sowohl der Baum, als auch der Parasit aus warmen Klimazonen stammten und deshalb die abiotischen Faktoren Licht und Wärme intensiv förderten. Zum Schluss untersuchten wir noch den Querschnitt eines Laubblattes der Rosskastanie, welcher einen typischen Aufbau eines Laubblattes aufwies. Am Ende bedankten wir uns noch bei der Kursleiterin und fuhren fröhlich und munter nach Hause.
Insgesamt kann man sagen, dass diese Exkursion sehr fördernd und interessant war und ich empfehle diese weiter an alle anderen Biologieklassen und  –kurse. Wenn jemand das Gläserne Labor aufsuchen will, der Link siehe unten.
Link: http://www.glaesernes-labor.de/

Michael Gourvitch, Schüler des Biologie-Leitungskurses auf der WRS

 

Biologie LK Exkursion

... in das Science Center am Potsdamer Platz
Im Rahmen des Biologie-LK haben wird das Science-Center der Medizin und Technik von OTTO BOCK besucht. Es handelt sich um ein Familienunternehmen, welches marktführend in Sachen Prothesen ist.
Kaum waren wir angekommen, wurden wir schon in zwei Gruppen eingeteilt. Die Führung war dabei unterhaltsam und interessant, was neben dem Thema auch an dem Guide lag, der Medizin studierte.
In der ersten Etage ging es speziell um die Verbindung der Anatomie und dem Gehirn. Bei dem ersten Ausstellungsstück handelte es sich um einen Bildschirm, auf dem der aufrechte Gang simuliert wurde. Dazu gab es ein kleines Touchpad, bei dem man die Emotionen und das Geschlecht der Simulation verändern konnte. Diese Änderungen hatten Auswirkungen auf den Gang. Der maskuline Gang ist eher schwer, der feminine eher grazil und leicht.
In der zweiten Etage beeindruckte uns die Skulptur des Homunkulus, welche ein Abbild der vertretenen Körperteile im Gehirn darstellt. So wird dann ein Mensch abgebildet, der sehr ungewöhnliche Proportionen aufweist.
Im weiteren Verlauf der Exkursion erfuhren wir Innovationen über einen Mann, der durch einen Starkstromausfall beide Arme verlor. Als Gegenmaßnahme – gegen Phantomschmerzen – entwickelte OTTO-BOCK eine neue Strategie der Behandlung. Man entnahm die noch vorhandenen Nervenenden und implantierte sie in die Brust. Der Patient spürte nun,  wenn jemand seine Brust berührte, seine Hand. Dieses Wissen wurde genutzt, um eine Prothese zu konstruieren, die wie eine normale Hand, Impulse empfängt und Aktionen ausführt.
Als weitere Innovationen wurden uns Beinprothesen vorgestellt, die es möglich machen, verschiedene Gangarten auszuführen. So werden ein schneller Gang und das Laufen möglich, z.B. bei Paralympics. Nachteile sind noch, dass diese Prothesen noch nicht wasserdicht sind.
Der Ausflug hat mich persönlich überrascht, da er zum einen sehr interessant war und zum anderen sehr unterhaltsam. Wenn man sich für Sportwissenschaften, Biologie und/oder Medizin interessiert, sollte man auf den Besuch nicht verzichten.
Christopher Pavel, 2. Semester LK-Biologie