Biologie

Kursfahrt der Bio-Leistungskurse

vom 03.06.- 07.06.2018
Ziel: Kroatien, Fazana bei Pula

 

1. Tag: Anreise und Stadtführung Pula
Nach der relativ schnellen Anreise und Campingplatzerkundung, startete abends unsere Walking Tour in Pula. Nicht nur Rom hat ein Amphitheater, sondern auch Pula, das das sechstgrößte antike Amphitheater ist, erbaut unter Kaiser Augustus. Vor dem Amphitheater steht ein Bronzemodell, das einen perfekten Überblick über die Stadt gibt und zusätzlich als Trinkbrunnen dient. Die Führung endete auf der höchsten Spitze des Hügels vor dem Kastell Pula, das als Festung genutzt wurde.


 
 
2. Tag: Aquarium Pula
Das schönste Erlebnis für unsere Gruppe war wohl der Aquariumsbesuch der „Blauen Schule im Aquarium Pula“ am nächsten Tag.
Hier absolvierten wir die Workshops „Einführung in die Meereswelt“ und „Arbeiten am Strand“. In diesem Rahmen unternahmen wir eine Schnorchel-Tour und einen Gang durchs Aquarium mit einer kurzen biologischen Untersuchung der Mittelmeer-Flora und –Fauna. In Ufernähe und am Meer hatten wir dann Gelegenheit einige Katzenhaie zu sezieren.
Schnell wurde klar, dass es sich hier um einen Bio-Leistungskurs handelt.
Angeleitet wurden wir hier von Meeresbiologien, die uns unsere vielen Fragen über alle möglichen Tiere oder deren Organe beantworten konnten, z.B. über das Paarungsverhalten von Katzenhaien oder Muscheln, zum Überlebenskampf der kleineren Krusten- und Schalentiere oder zur Population von diversen Algenarten.


 
3. Tag – Radtour zum Kap Kamenjak
Am Dienstag stand eine Fahrradtour von rund 42 km auf der südlichen Spitze der Insel (Kap Kamenjak) an. Ziel war der Nationalpark entlang des Orchideenwegs. Das Wetter war hierbei perfekt zum Fahren, da es durch den leicht bewölkten Himmel nicht zu heiß und anstrengend war. Wir fuhren zu Beginn an der Küste entlang und bewunderten das türkisblaue Meer. Danach ging es auf einigen im Wald gelegenen Schotterwegen weiter, bei denen sich die Mountainbikes als sehr praktisch erwiesen. Wir fuhren daraufhin weiter Richtung Naturschutzgebiet, wobei die Gruppe dazu auch einige steile und durchaus anstrengende Berge erklimmen musste. Das hatte sich dennoch schnell gelohnt, denn sobald wir den Ort Premantura durchquert hatten, erreichten wir auch schon das Naturschutzgebiet Kap Kamenjak.
Es war also alles in Allem ein sehr abenteuerlicher Tag mit vielen Eindrücken und Erlebnissen, die wie sicher nicht so schnell vergessen werden.

 
4. Tag – Brijuni- Nationalpark
Nach dem Frühstück sind wir zum Hafen nach Fazana gelaufen und kurze Zeit später mit der Fähre zu einer Insel des Brijuni – Nationalparks gefahren. Kaum angekommen wurden wir auch schon von unserer Reiseleiterin willkommen geheißen und stiegen in den Panoramazug. Wir genossen eine einstündige Fahrt an seltenen Tieren, Pflanzen, aber auch Häusern und vielem mehr vorbei., wobei uns viele Informationen über die Geschichte der Insel nähergebracht wurden. Ein Museumsbesuch rundete unseren Ausflug ab.

5. Tag – Abreise

 

 

Reportage
Gläsernes Labor – Berlin-Buch


Am 12.05.2014, einem Montag, besuchten wir, der Biologie-Leistungskurs, das Gläserne Labor in Berlin-Buch, ein Labor für Schülerinnen und Schüler. Unser Leistungskurs hatte das Ziel, im Rahmen des Lehrplans sich mit ökologischen Themen zu beschäftigen. Zuerst mussten wir Laborkittel anziehen, da das ein Labor der Sicherheitsstufe eins war und wir unter anderem unsere Kleidung schützen mussten, auch wenn sich dies als unnötig erwies, da wir nur mit Mikroskopen gearbeitet haben. Aber naja, Vorschriften sind Vorschriften. Die Leiterin des Ökologie-Kurses weihte uns erst ein und dann besprachen wir, was unser Kurs machen würde. Wir hatten vor, einen Parasiten von Rosskastanien (die übrigens nichts mit Esskastanien zu tun haben), die sogenannte Kastanienminiermotte, zu untersuchen. Erst kam die Theorie: Wir informierten uns zu Rosskastanien, Bäumen, die in Berlin häufig vorkommen und zu der Kastanienminiermotte, einem Parasiten, der genauso häufig in Berlin vorkommt, wie die Rosskastanie selbst.
Die Einführung


Steckbrief
Gemeine Rosskastanie:
Art: Aesculus hippocastanium
Gattung: Aesculus (Rosskastanie)
Familie: Hippostanaceae (Rosskastanien-Gewächse
Ordnung: Rosidae (Rosenähnliche)
Klasse: Dicctyledonae (Zweikeimblättrige)
Abteilung: Angiosperme (Bedecktsamen)
 

Die Rosskastanie ist ein Gewächs, das aus wärmeren Gegenden, wie dem Balkan stammt. Es ist ein sommergrüner Baum, der bis zu 30 Meter hoch und 300 Jahre alt werden kann. Die Rosskastanie hat Flachwurzeln und ist somit recht stabil im Boden verzweigt. In Deutschland wurde die Kastanie im 19 Jh. beliebt und wurde gern als dekorative Pflanze in Gärten und Parks genutzt. Heute ist sie in Deutschland weit verbreitet und kommt auch oft in Städten vor, was auch ein Problem ist, da die Rosskastanie wegen ihren flachen, aber breitliegenden Wurzeln wenig Platz hat und somit der abiotische Faktor Platzbedarf in Städten nicht optimal ist. Auch die abiotischen Faktor Luftqualität ist in Städten unzureichend und verhindert die  Verbreitung der Rosskastanie. Da die Rosskastanie aus warmen Regionen kommt, benötigt sie wenig Wasser und kann deshalb auch bei sehr trockenen Klima gut ohne Wasser auskommen. Jedoch wird die Rosskastanie seit neuester Zeit von Parasiten befallen, die sich in Europa sehr schnell verbreiten.

Steckbrief

Kastanienminiermotte:
Art: Cameraria ohndella
Gattung: Cameraria
Unterfamilie: Lithocolletinae (Blatt-Tutenmotte)
Familie: Gracillariidea (Miniermotten)
Ordnung: Lepidoptera (Schmetterlinge)
Klasse: Insecta (Insekten)
 

Die Kastanienminiermotte ist ein Parasit, der sich von den Säften und Nährstoffen der Laubblätter, der Rosskastanie ernährt. Die ersten Miniermotten schlüpfen im Frühjahr innerhalb eines Laubblattes. Sie fressen sich innerhalb des Laubblattes sogenannte Minen durch. Sobald die Larven ein gewisses Alter erreichen, verpuppen die sich in Kokons. Nach mehreren Tagen schlüpfen dann die Motten und machen sich bereit um neue Genrationen zu bilden. Das Problem für die Rosskastanie ist, dass die Laubblätter wenig bis keine Photosynthese betreiben können und der Baum kein Glukose bilden kann.

Also, vor der Arbeit erstmal den Energiebedarf mit Nährstoffen ausgleichen. Mahlzeit!
Als wir mit der Theorie fertig waren, begannen wir mit der Praxis. Wir gingen raus auf den Campus Buch und suchten nach Rosskastanien. Wir hatten vor, mit Miniermotten befallene Blätter zu untersuchen und zu sehen, an welcher Kastanienseite die Larven am meisten verbreitet sind.

Um den Lichteinfall an diesen Seiten zu messen, benutzte der Bio-LK Luxmeter, mit denen man die Lichtintensität messen konnte. Sobald wir dies erledigt haben, gingen wir zurück in das Labor und untersuchten die Larven, die übrigens ganz schön eklig aussahen, unter dem Mikroskop. Wir sind zum Schluss gekommen, dass die Larven vor allem an den Seiten mit der höchsten Lichtintensität vorkamen, in unserem Fall war das der Westen. Dies hat unser Bio-LK auch erwartet, da sowohl der Baum, als auch der Parasit aus warmen Klimazonen stammten und deshalb die abiotischen Faktoren Licht und Wärme intensiv förderten. Zum Schluss untersuchten wir noch den Querschnitt eines Laubblattes der Rosskastanie, welcher einen typischen Aufbau eines Laubblattes aufwies. Am Ende bedankten wir uns noch bei der Kursleiterin und fuhren fröhlich und munter nach Hause.
Insgesamt kann man sagen, dass diese Exkursion sehr fördernd und interessant war und ich empfehle diese weiter an alle anderen Biologieklassen und  –kurse. Wenn jemand das Gläserne Labor aufsuchen will, der Link siehe unten.
Link: https://www.glaesernes-labor.de/

Michael Gourvitch, Schüler des Biologie-Leitungskurses