Deutsch

Das Fach Deutsch besitzt innerhalb des Fächerkanons eine Schlüsselrolle, denn Sprache ist überfachlich bedeutsam: Sie ist eng geknüpft an unser Denken, wenn wir uns Begriffe von den Dingen machen und sie prägt uns als soziales Wesen, insofern sie Kommunikationsmedium ist.

Neben der Ausdifferenzierung der Sprache liegt ein Schwerpunkt des Deutschunterrichts daher in  der Kompetenzentwicklung der mündlichen und schriftlichen Kommunikationsfähigkeit. Dabei spielen sowohl die genaue und kritische Auseinandersetzung mit vielfältigen Texten und bewegten
Bildern als auch Empathie und Kreativität eine besondere Rolle. Denn literarische und filmische Kunst erlaubt sehr individuelle Zugänge und öffnet Deutungsräume.
Zudem wird bei der Beschäftigung mit Text und Film besonderer ästhetischer und kulturgeschichtlicher Prägung aus unterschiedlichen Epochen das Urteilsvermögen der Lernenden geschärft. Es werden eigene und fremde Positionen überprüft und Wertvorstellungen entwickelt und gefestigt, wobei es nicht nur um Inhalte geht, sondern auch um die Überzeugungskraft unterschiedlicher Standpunkte. Daher haben im Unterricht auch die Förderung der rhetorischen Kompetenz und der Präsentationskompetenz einen wichtigen Platz.
Das Fach Deutsch befähigt damit in besonderem Maße zur Teilhabe am kulturellen Leben. Aus diesem Grund und in Anlehnung an das Schulprofil des Walther-Rathenau-Gymnasiums ist es ein zentrales Anliegen der Unterrichtenden:
- projektorientiert zu arbeiten: Die Schüler und Schülerinnen erstellen dabei häufig Portfolios.
- regelmäßig außerschulische Lernorte zu besuchen: So gehören Theatervorstellungen und AutorInnenlesungen zum selbstverständlichen Unterrichtsgeschehen.
- die Teilnahme an Schreibworkshops zu organisieren: Besonders interessierte Schüler und Schülerinnen arbeiten journalistisch für die 2014 gegründete Schülerzeitung Shyft.
- die Tradition des Vorlesewettbewerbs zu pflegen: Um die Lesefertigkeiten und das Interesse an der Literatur zu stärken, findet seit 2017 in jedem Herbst ein Vorlesewettbewerb für die siebten Klassen statt.

In der Oberstufe werden die Lernenden durch Besuche von wissenschaftlichen Einrichtungen wie dem Labor der Geisteswissenschaften, der Akademie der Wissenschaft, der Philologischen Bibliothek der FU oder der Staatsbibliothek zu Berlin vermehrt zum propädeutischen Arbeiten angeregt.

Der Deutschunterricht am Walther-Rathenau-Gymnasium verfolgt also im Wesentlichen drei Ziele:

1. Unterstützung und Förderung individueller Begabungen der Lernenden,
2. Praxisorientierung und
3. interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Wichtig bei allen Aktivitäten ist den Unterrichtenden zudem, dass die Lernenden möglichst selbstbestimmt und verantwortungsvoll agieren.

 

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WIR TREFFEN DIE AUTORIN KIRSTEN FUCHS

Die Klassen 7a/7c haben während der Monate der zweiten Schulschließung intensiv zu einem Buchprojekt gearbeitet: Der Roman heißt „Mädchenmeute“.
Am Walther-Rathenau-Gymnasium gibt es - wenn eine Klasse sich mit einem Buch beschäftigt - eine kleine Tradition und zwar, dass die Autorin oder der Autor persönlich in die Schule kommt, damit die Kinder sie oder ihn kennenlernen können. Und diesmal war es Kirsten Fuchs. Hier ein kleiner
Einblick zur Veranstaltung am 08.Juni 2021.

 

Nach und nach haben sich an diesem sonnigen Morgen die Kinder der beiden 7. Klassen im grünen Klassenzimmer versammelt und alle waren auch ein wenig aufgeregt. Aber der wichtigste Gast hat ja noch gefehlt - nämlich Kirsten Fuchs. Endlich wurde sie am Haupteingang von den Interview-Kindern begrüßt und auf den Schulhof begleitet. Dann ging es los.

Als erstes wurden alle von der Schulleitung Frau Knobelsdorf begrüßt. Sie durfte aber nicht zu viel verraten, weil zwei Kinder eine Rede vorbereitet hatten: Maxim (7c) sprach über die Autorin und ihre Bücher, Helene (7a) über unser Projekt und die Ausstellung, die wir vorbereitet hatten. Nach der Anmoderation startete eine Gruppe von Kindern mit dem Interview: Kenan, Noam, Maya, Meba, Helene, Maxim, Francis, Elyes, Sarah haben sich sehr genau darauf vorbereitet und Fragen gestellt, die sich im Laufe der Bearbeitungszeit angesammelt haben. Dafür haben sie sich bei mehreren Treffen in der Schulcloud vorbereitet. Bei dem 15 minütigen Gespräch hat Kirsten Fuchs sie alle auch sehr ausführlich und toll beantwortet.

Wir erfuhren zum Beispiel, dass die Widmung (schaut mal nach) ein Versprechen war, da Kirsten Fuchs so viel an dem Buch gearbeitet hat, statt mit der Tochter zu spielen; dass sich die Autorin während des Schreibens an dem Roman manchmal Hilfe bei ihrer Tochter geholt hat, da sie das Leben aus einer anderen Perspektive wahrnimmt; dass Kirsten Fuchs als Kind davon geträumt hat, später Bücher zu illustrieren und sich mit Hunden zu beschäftigen; dass sie sich am ehesten mit Charlotte (aus „Mädchenmeute“) vergleichen würde, dass sie Harry Potter mag, dass sie die Filmrechte für „Mädchenmeute“ verkauft hat und es immer sehr lange dauert, bis der Film dann gedreht wird.
Danke an das Interviewteam für diese Einblicke!

Das Buch hat ja ein offenes Ende, dazu haben sich die beiden Klassen auch sehr viele Gedanken gemacht. Zwei Fortsetzungen wurden vorgelesen – eine von Noam und eine von Lena. Kirsten Fuchs hat sich auch schon Gedanken über das weitere Leben der Mädchenmeute gemacht und schreibt gerade den zweiten Teil. Wir bekamen an diesem Vormittag eine exklusive Kostprobe aus dem neuen Buch. Die Kinder hörten genau zu. Auch ich bin gespannt, wie es weiter geht und wenn das Buch „Mädchenmeuterei“ veröffentlicht wird, werde ich es mir bestimmt kaufen.

Zwischen den Lesungen gab es eine Pause. Da wurden Fotos gemacht und die Produkte, die wir zum Buch gestaltet haben, angeschaut.

Arbeitsergebnisse im Detail

Am Ende gab es eine Signierstunde, alle, die wollten, konnten den Roman unterschreiben lassen. Dabei kamen einige Kinder ins Plaudern mit der Autorin. Sie zeigten ihr die Portfolios, die sie zu dem Buch erstellt haben und Helene darf Kirsten Fuchs sogar ihren ersten Roman über die Freiheit schicken, den sie während der Arbeit an „Mädchenmeute“ angefangen hat zu schreiben. Wir konnten uns richtig privat mit der Autorin unterhalten, das war sehr schön.
Alle haben sich bedankt und Maya überreichte einen Blumenstrauß.
Es war ein sehr interessanter Vormittag.
Rosanna Kutz (7a)

 

 

 

Plakat zum Vorlesewettbewerb 2020


Auerhaus - ein Buch mal anders lesen
Ein Literaturprojekt im Herbst 2020


Im Deutschunterricht beschäftigten wir uns mit dem Buch „Auerhaus“ von Bov Bjerg.
Durch das Erstellen eines Portfolios war es ein ganz anderes Lesen. Wir versetzten uns in die Protagonisten und den Autor hinein, hielten eigene Eindrücke fest, äußerten unsere Meinungen und setzten uns mit solchen schwierigen Themen wie Drogenkonsum und Suizid auseinander. Wir sammelten Informationen zur Jugend der 80er Jahre, zum Leben im geteilten Deutschland und dem Mauerfall sowie zur Bundeswehr und stellten sie in Referaten vor. In der Gruppenarbeit wurde das Auerhaus nachgebaut und eingerichtet und wir erstellten eine Collage, die alle Personen so zeigt, wie wir sie uns vorstellen. Wir drehten einen Film und durften den Autor interviewen.
Es war eine spannende, interessante, lehrreiche, aber auch zeitaufwendige Arbeit, die sich gelohnt hat. Ich glaube, dieses Buch wird uns allen lange in Erinnerung bleiben.
Alexandra Pantchechnikov (9c)

 

Bildergalerie zum Auerhaus von Leni Kühn und Betül Isik

Tonaufnahme des Autorenbesuchs von Gabriel R. Blaszczynski und Samuel M. Rochberg


Film zur Musterungsszene von Gabriel R. Blaszczynski, Emil Jacobsen, Artemij Kapitanets, Victoria A.Morena und Samuel M. Rochberg
Interviewgruppe: Ophelia S. Chohan, Anna Fürtig, Nemer Hijazi, Magdalena Hufnagel, Leni M.Kühn, Alexandra Pantchechnikov
 

Bjerg liest aus Auerhaus (Foto: Betül Isik)

Titelbild von Leni M. Kühn


Alternatives Ende für den Roman Auerhaus

So war das Ende natürlich nicht, ich saß fassungslos vor meinem Deutsch-Abi.
Zwei Punkte.
Vera versuchte mich zu beruhigen, aber ich wollte nicht ruhig sein, ich wollte alleine sein.
Ich fühlte mich die nächsten Tage schlecht.
Hatte keinen Antrieb.
Ich ging die übliche Runde durchs Auerhaus. Alles sah grau aus, als hätte jemand mit einem großen Eimer Farbe gekleckert. Frieder ging es ähnlich, aber ich wusste nicht, warum. Wir redeten nicht mehr viel. Ich hatte schon Angst, er würde sich wieder umbringen, aber ich verdrängte den Gedanken.
Es machte mich nur noch trauriger.
Vera war bester Laune und das nervte. Sie hüpfte glücklich durch das Haus, bis ich sie anschrie, sie solle aufhören, so unsensibel zu sein.
Dann hüpfte sie nicht mehr.
Frieder schlurfte aus dem Haus. Ich wollte mir Sorgen machen, aber meine Gedanken führten ins Nichts. So müssen sich Depression anfühlen, dachte ich.
Dann passierte es. Das wahre Ende vom Auerhaus.
Frieder war seit Tagen weg. Die Polizei kam mal wieder ins Auerhaus und begrüßte uns mit den Worten: „Es tut uns sehr leid“.
Frieder war tot.
Nicht selbst umgebracht oder so. Erfroren.
Erfrieren ist scheiße, ich hasse Kälte und dachte, dass ich Kälte nicht als Letztes vor dem Tot fühlen will.
Egal.
Frieder war in die Berge gegangen und es war ja irgendwie doch Selbstmord.
Er hatte keine Kraft mehr gehabt und legte sich in den Schnee.
Er erfror. Niemand fand ihn. Niemand vermisste ihn. Ich war schuld. Ich hätte ihn suchen müssen.
Es wurde mir alles zu viel. Das Abi, Frieder, das Auerhaus, einfach alles.
Ich ging in die Berge.
Schon auf dem Weg trank ich die halbe Flasche Vodka, als ich an der Mauer ankam, war sie leer.
Aber ich hatte eine zweite.
Jonas von Redei (9a)

Bov Bjerg signiert seinen Roman (Foto: Antje Körting-Dornieden)

Bov Bjerg am WRG (Foto: Betül Isik)


Vorlesewettbewerb 2019


Zum dritten Mal wurden am Walther-Rathenau-Gymnasium die besten LeserInnen des 7. Jahrgangs gehört und gefeiert.
Die Favoriten ihrer Klassen Hakan Adam, Leon Rabinovici, Leonie Francé, Asya Boran, Anna Esdar, Ulrich Kämmerlings, Mika Thein und Merlin Pritlove lieferten uns ein spannendes Finale.

 


Unter den Augen und Ohren der persönlich anwesenden Autorin Susan Kreller lasen die Schülerinnen und Schüler aus ihrem Roman „Schneeriese“, was nur eine der vielen Lektüreanregungen an diesem Vormittag war.
Kreller betonte, dass sie dieses von ihren Büchern besonders möge, aber auch dass sie es zum Vorlesen für besonders schwierig halte. Die Kinder konnten jedoch alle mit ihrer Lesefertigkeit glänzen.

 

Nachdem uns die drei Achtklässler Mouna El Hammoud, Jonas Volkers und Isalie von Halle durch einen aufregenden Vormittag geführt hatten, wurde endlich die Entscheidung der Jury bekannt gegeben: Gewinnerin des Vorlesewettbewerbs 2019 ist Leonie Francé (7b).
Herzlichen Glückwunsch!
Vielen Dank an den Förderverein für die großzügige Unterstützung dieser Veranstaltung und an alle HelferInnen – vor allem aus der 7c.
Antje Körting-Dornieden (FB Deutsch) Fotos: Franziska Strutz (GEV)

Autorin Judith Hermann bei uns zu Gast


„Der größte Fehler beim Schreiben ist, sich zu sicher zu sein, dass das, was man schreibt, wirklich gut ist.“

 

Judith Hermann

 

Die Autorin Judith Hermann war zu Gast am WRG. Sie las aus ihrem Debut "Sommerhaus, später" und ihrem letzten Band mit Erzählungen "Letti Park".
Foto: Judith Hermann im Interview mit Assya und Sinya
Im Anschluss an ihre Lesung hatten die SchülerInnen des 10. Jahrgangs die Möglichkeit eines langen und intensiven Gesprächs mit der Schriftstellerin, wobei es um einen Austausch über ihr Werk sowie über das Schreiben und Schreibversuche ging, die sehr interessante Einblicke und Erkenntnisse gaben. Eine Impression des nachhaltig beeindruckenden Besuchs der berühmten Autorin ist in der Shyft zu lesen.
Antje Körting-Dornieden (FB Deutsch), März 2019
 

Schreibworkshop mit der Autorin Helene Bukowski


Am 27. April 2018 besuchte uns eine junge Autorin aus Berlin, die mit 14 Jahren beim Wettbewerb Schreib-Kunst durch ihre kleine Geschichte „Night“ entdeckt worden war. Uns hat diese Geschichte sehr fasziniert und inspiriert.

Bei ihrem Besuch las Bukowski nicht nur aus ihrem bislang noch unveröffentlichten Debütroman Milchzähne, sondern erzählte in einem Interview von ihrem Weg zur Schriftstellerei und gab Tipps für unsere eigenen Schreibversuche. Dabei erfuhren wir, dass sie sich beim Schreiben stark von Bildern lenken lässt. So war es in dem anschließenden Workshop auch ein Bild, das als Inspirationsquelle für unsere eigenen Texte diente.


Mit Helene Bukowski im grünen Klassenzimmer


Inwischen hat die mittlerweile mehrfach preisgekrönte Bukowski ihr Studium Kreatives Schreiben fast beendet und wird ihren ersten Roman demnächst veröffentlichen. Wir danken der jungen, sympathischen Autorin, da sie unsere Schreibarbeit auch nach ihrer Rückkehr nach Bielefeld noch weiterbetreut hat und erwarten ihr Debüt mit großer Spannung. Außerdem danken wir dem Förderverein des WRG, der uns diese besondere Erfahrung ermöglicht hat.

Klassen 9a, 9b und 

Antje Körting-Dornieden (FB Deutsch)

 

Reisebericht unserer Seminarkursfahrt
nach Weimar im Juni 2016

Diese Reise fand im Rahmen des Seminarkurses Deutsch „Antike Mythen im Wandel der Zeiten“ statt, welcher sich mit antiken Mythen und deren Rezeption befasst. Er ist für Q1/Q2 wählbar und lässt sich gut in den eigenen Stundenplan integrieren. Die Unterrichtsinhalte sind sowohl spannend als auch für den regulären Unterricht unterstützend, wie z.B. in diesem Jahr, indem sich der Schwerpunkt auf Goethes Interpretationen und Rezeption antiker Mythen sowie wissenschaftliches Arbeiten mit besonderem Blick auf eine BLL (5.PK) bezog. Vertiefend dazu traten wir also mit unserer Kursleiterin Frau Vorwald und mit Frau Fischer-Sabrow als Begleitung die Fahrt in Goethes Schaffenszentrum an.

Nach guten vier Stunden Fahrt trafen wir am Zielort ein und bezogen unsere Pensionszimmer. Direkt danach spazierten wir am Rande der Altstadt zum Liszt-Haus, in dem  uns das  Leben und Werk des berühmten Komponisten und Pianisten Franz Liszt nähergebracht wurde. Die museumspädagogische Umsetzung war sehr gut, man konnte sich sogar die Stücke des Pianisten einzeln und in Ruhe nach der Führung anhören. Danach hatten wir Zeit, die wunderschöne Altstadt zu erkunden und uns etwas zu stärken. Am verabredeten Treffpunkt trafen wir uns zum Abendspaziergang durch den herrlichen Park an der Ilm. Trotz des etwas regnerischen Wetters verzauberte uns der Park in seiner grünen Schönheit.
Am Dienstag machten wir uns nach dem Frühstück auf zum Schwerpunkt der Fahrt, Goethes Wohnhaus. Das Stadthaus, welches er von Großherzog Carl August erhielt, ist nach Goethes Farbenlehre angestrichen und die Einrichtung zeigt deutliche Einflüsse seiner Italienreise. Die anschließende Führung durch das Goethe-Museum machte uns die Vielseitigkeit dieses Mannes deutlich: Mineralogie, Osteologie, Anthropologie und Biologie waren in der Sammlung vertreten. Sogar den Zwischenkieferknochen konnten wir bewundern. Die zahlreichen Exponate sowie persönliche Gegenstände Goethes illustrierten seine Lebensweise. Die letze Führung des Tages durch das Stadtschloss, welches zum Teil unter Goethes Aufsicht wiederaufgebaut wurde, bewies die zeitlose Schönheit des Schlosses. Antike Elemente verbunden mit zeitgenössischen Einrichtungsgegenständen bringen den Besucher zum Staunen und zum Innehalten. Danach stärkten wir uns bei Pizza und Pasta in einem Lokal in der Altstadt.

Der nächste Tag barg für uns eine Einführung in das Leben eines anderen Dichters, welcher in Weimar gelebt hatte. Friedrich Schillers Haus war anders eingerichtet als das von Goethe, doch es hatte seinen ganz eigenen Charme. Ein Besuch im Wittumspalais,  des Gesellschaftshauses der Großherzogin Anna Amalia, durfte natürlich nicht fehlen und ließ uns Einblicke in das Viergespann von Weimar, bestehend aus Goethe, Schiller, Herder und Wieland, erhaschen. Anschließend schauten wir uns noch die Anna-Amalia-Bibliothek an, welche mit ihren zahlreichen Büsten eine Hommage an die klugen Köpfe Weimars ist. Gegen Abend nahmen wir noch an einer Diskussion in einer Depandance des Deutschen Nationaltheaters zum Thema „Terrorismus“ teil, angeführt von einer französischen Schauspieltruppe, die zu Beginn eine Improvisation zeigte, um die Zuschauer auf das Thema einzustimmen. Im Havanna Club haben wir den Abend ausklingen lassen und noch eifrig weiter diskutiert.

Der letzte Tag begann mit einer Führung durch Goethes Gartenhaus, seinem ersten Wohnort in Weimar, welches heute noch von einem lieblichen Garten umgeben ist und auch Teile von Goethes Leben festhält. Ein letzter Spaziergang durch den Park und die Altstadt zum obligatorischen Souvenireinkauf weckte eine gewisse Wehmut in uns, die sich oft nach einer gelungenen Fahrt beim Reisenden einstellt. Sie wird uns allen definitiv in Erinnerung bleiben, sowohl durch die Dinge, die wir gelernt haben als auch durch die gemeinsamen Erlebnisse in der wunderschönen Stadt Weimar.

Laura Koren, 2. Semester
 

 

Reisebericht: Rom 2015

Wir erreichen die Stadt gegen 11:30 Uhr, das mediterrane Klima schlägt uns beim Verlassen des Flughafengebäudes entgegen und einige seltsam gedrungene Büsche bezeugen, dass wir uns tatsächlich nicht mehr in Deutschland befinden. Ansonsten ist von dem Zauber Roms allerdings noch nicht sehr viel zu spüren. Vor uns liegen ein zubetonierter Busbahnhof mit Ausblick auf ein von oben bis unten verglastes Hotel und gute Eineinhalbstunden Wartezeit. Im Shuttlebus zum römischen Hauptbahnhof, der Statione Termini, in deren Nähe auch unser Hotel liegt, können wir dann endlich einen ersten Blick auf die Ausläufer Roms werfen, auf gewundene Straßen und sandsteinerne Anwesen inmitten von dicken, dunkelgrün beblätterten Bäumen wie Illustrationen auf nostalgischen Papierservietten.

Unsere siebentägige Sightseeingtour beginnt noch am Anreisetag mit einem nachmittäglichen Spaziergang durch Rom: Eine ausladende Runde, die uns einen Überblick über diverse Straßen, Plätze und Gebäude verschafft. Auf den Stufen der Spanischen Treppe, einer riesigen Freitreppe, die von der Piazza di Spagna hinauf zur Kirche Santa trinità die Monti führt, wo gestrandete Touristen, Straßenhändler und das Jungvolk Roms erschöpft in der Nachmittagssonne hocken, beenden wir schließlich unser Programm und erkunden die Stadt alleine weiter, diese seltsamen Mischung aus Moderne und Antike, bei der man sich nie sicher sein kann, ob zwischen H&M und Desigual an der nächsten Ecke nicht vielleicht schon wieder ein marmorner Tempel aus dem Boden wächst.

Die folgenden Tage gleichen einem Bildungsmarathon: Wir marschieren durch die überfüllten Straßen, immer auf dem Weg zu irgendeiner Sehenswürdigkeit, immer noch in Gedanken mit der vorangegangenen Attraktion beschäftigt. Wir bewundern die Unmengen von Gemälden und Statuen in den Vatikanischen Museen, die antike Stadtruine Ostia antica, den prunkvollen Petersdom und das Kolosseum, dessen rohe Steinwände neben all diesem Überschwang fast schon bescheiden erscheinen. Von den Kapitolinischen Museen aus werfen wir zum ersten Mal einen Blick auf das Forum Romanum und sind alle in den Bann gezogen von diesem Zusammenspiel aus mehr oder weniger verfallenen Ruinen, baumbewachsen und von sandigen Wegen umschlungen. Das antike Zentrum Roms erinnert an eine verwunschene Stadt, die noch darauf wartet, aus ihrem tausendjährigen Schlaf zu erwachen. Diese Aussicht bleibt unübertroffen, auch wenn ihr das riesige Areal der Villa Hadriana durchaus Konkurrenz macht. Dort, in der Sommerresidenz des römischen Kaisers Hadrian, reihten sich ehemals Paläste, Thermen, Gärten und Theater aneinander wie in einer Paradieswelt. Heute tauchen aus dem halb rekonstruierten, halb verwilderten Garten mancherorts noch geisterhaft riesige Fragmente antiker Bauwerke auf, die einem einen Schauder über den Rücken jagen.

Am letzten Tag sind wir zwiegespalten: Einerseits sind wir vollends erschöpft von den Märschen der letzten Woche, andererseits möchte niemand die Stadt so wirklich verlassen. Wir laufen ein letztes Mal durch die Straßen Roms, vorbei an all den Orten, an die wir uns in unserer abendlichen Freizeit schon so gewöhnt haben: Das kleine Stammlokal schräg gegenüber von unserem Hotel, die ausgetretenen Stufen der Spanischen Treppe und die beste Pizzeria der Welt, in einer Nebenstraße der Via del Corso. Schließlich ist es soweit, wir verlassen Rom mit dem Shuttlebus und betreten das kulturneutrale, globalisierte Innere des Flughafengebäudes mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir werden Rom vermissen, so viel steht fest.

 

 

Eine Stunde Kunst für den Seminarkurs
“Mythen und Motive im Wandel der Zeiten”

Unsere Exkursion beginnt am 18.11.14 nach der siebten Stunde. Der Treffpunkt ist die Gemäldegalerie Berlin, die etwas versteckt schräg hinter der neuen Nationalgalerie liegt-  so dauert es eine kleine Weile, bis alle angekommen sind und wir unsere Führung zum Thema “Rezeptionen antiker Mythen" beginnen.

Die Klappstühle schonen die müden Teenagerfüße, sodass wir unsere Aufmerksamkeit voll und ganz dem Museumsführer widmen können, der uns mit viel Witz und mindestens ebenso viel Fachwissen durch das Meer aus Bildern führt.

Unsere Reise durch die Antike beginnt mit einem Bild von Pyramus und Thisbe, dem Liebespaar, dessen Geschichte aufgrund eines fatalen Missverständnisses mit einem Doppelselbstmord endet - Romeo und Julia waren also auch nicht die Ersten.

Wir lernen etwas über die Entwicklung der perspektivischen Malerei in der Renaissance und betrachten die im Gegensatz dazu flachen Hintergründe der Barockmalerei, vor denen Haphaistos Venus beim Ehebruch erwischt. Die Entführung der Europa geht in dem Durcheinander der feiernden Damen in bunt gemalten Kleidern beinahe unter, und unser Museumsführer zeigt uns, wie in einem Bild mehrere Zeitebenen einer Geschichte parallel verewigt werden.

Kaum erkennbar durch die nachgedunkelte Farbe Rembrandts beobachten wir den Raub der Persephone und hören uns Erzählungen über Bildrestaurierungen an und über die Faktoren, die bei der Wahl der Bilderrahmen eine Rolle spielen.

Ob es nur an den wunderbaren Darstellungen der antiken Mythen lag, die wir begutachten konnten oder ob letztendlich auch die Tatsache, dass unser Museumsführer behauptete, der sanftäugige Stier bei der „Entführung der Europa“ würde doch ein wenig „kuhäugig“ dreinschauen, eine Rolle spielte - in jedem Fall gehen wir am Ende doch sehr zufrieden zur Bushaltestelle und wundern uns fast ein wenig, wie schnell so eine Stunde in einem Raum voller alter Bilder doch vergehen kann.

Lisa Starogardzki

 

 

Kursfahrt nach Rom

17.6.-21.6.2014

mit dem Geschichtskurs von Frau Fischer-Sabrow

und den Deutschkursen

von Frau Körting-Dornieden und Frau Dr. Vorwald

 

Am 17.6.2014 fanden sich die beiden Deutschleistungskurse und der Geschichtsleistungskurs am Terminal D auf dem Tegeler Flughafen ein. Es lag etwas Aufregung in der Luft, die sich in Form von Freude und heiterem Gelächter äußerte. Es schien ein sehr ausgewogenes Verhältnis zwischen den Schüler/innen und auch den Lehrerinnen zu herrschen. Die einen freuten sich, Rom ein zweites Mal bereisen zu dürfen und die anderen schätzten sich glücklich, die „ewige Stadt“ und Hauptstadt Italiens kennenzulernen.

Dort angekommen, bezogen wir schnell unsere Zimmer, die mit ihren gewölbten Decken aus Sandstein und dem Terrakottaboden beeindruckten. Danach füllten wir in der kleinen Pizzeria gegenüber des Hotels unsere Mägen mit der typisch italienischen Kost: Pizza, Pasta und als Dessert ein wenig Eiscreme. Gemeinsam besichtigten wir den Trevibrunnen. Hier eine kleine Anleitung zum Glücklichwerden: Man nehme eine kleine Münze und werfe sie über die rechte Schulter in diesen Brunnen – mal sehen, ob es klappt.... Nach Rom wird man somit bestimmt noch einmal reisen. Anschließend bummelten wir weiter durch die Altstadt und gelangten schließlich zur Spanischen Treppe, die eine der bekanntesten Freitreppen der Welt ist.

In den darauffolgenden Tagen bekamen wir das beeindruckende Kolosseum, die Basilika San Clemente al Laterano und deren Katakomben, das Pantheon, den Petersdom (Zentrum des unabhängigen Vatikanstaates), die Vatikanischen Museen mit der Sixtinischen Kapelle und das Kapitol zu sehen. Das Forum Romanum konnten wir wegen des starken Regens am Mittwochnachmittag leider nur von oben betrachten, dann immerhin im goldenen Licht der untergehenden Sonne.

Die Vielfalt an Sehenswürdigkeiten war faszinierend und durch die Schülerreferate wurde der Durst nach neuem Wissen über den geschichtlichen Hintergrund der verschiedenen Bauwerke zur Genüge gestillt. Manche von uns trugen allerdings ein „Poker Face“ zur Schau – man hätte meinen können, diese interessierten sich kaum für die Historie der Stadt. 

Das schöne Wetter, das am Donnerstag endlich einsetzte, sorgte für noch bessere Laune und die Gruppe wuchs immer enger zusammen. Streitigkeiten waren selten. Damit niemand zu kurz kam, wurden die WM-Spiele genau verfolgt und wir fanden uns zum Italien - Costa Rica Spiel sogar auf der Fanmeile mitten in der Stadt ein.

Am letzten Tag wandelten wir zunächst auf Goethes Spuren durch Rom; der Dichter lebte hier 15 Monate incognito. Die „Casa di Goethe“, welche seinem Leben gewidmet ist, informiert über seine zweijährige Italienreise. Dort findet man Niederschriften von ihm und Zeugnisse seiner ersten Versuche als bildender Künstler. Einen weiteren Höhepunkt und zugleich Abschluss unseres Rombesuchs bildete die Besichtigung einer riesigen Parkanlage und Villa der Familie Borghese, deren sehr berühmte und wertvolle Kunstsammlung wir betrachten durften.

Insgesamt würde ich die Reise nach Rom als sehr gelungen bezeichnen, da sie nicht nur informativ war, sondern auch viel Spaß gemacht hat. Ich persönlich war das erste Mal dort und war sehr beeindruckt – vor allem von dem Reichtum in den Vatikanischen Museen. Die Stadt ist wunderschön und man fühlt sich dort schnell wohl und zuhause. Die Menschen sind mir immer freundlich, offen und hilfsbereit begegnet und auch das Verhältnis der Schüler/innen untereinander war sehr harmonisch.

Sophie Paß, Leistungskurs Deutsch