Latein

Das Fach Latein am Walther-Rathenau-Gymnasium – SALVETE!

Latein - was ist das denn?

Latein war die Sprache der alten Römer vor etwa 2000 Jahren.
Rom wurde der Sage nach im Jahre 753 v. Chr. von Romulus in der Landschaft Latium gegründet, nach deren Bewohnern – den Latinern – die Sprache der Römer ihren Namen erhalten hat. Bestimmt hast du von den beiden Zwillingen Romulus und Remus schon einmal gehört, oder?

 

Hier siehst du die zwei als Babys; sie wurden ja von einer Wölfin gesäugt, nachdem sie brutalerweise auf dem Fluss Tiber in einem Weidenkörbchen ausgesetzt worden waren.

 

Aber was hat das mit uns heute zu tun?

Viele heutige Sprachen sind aus verschiedenen Dialekten des Lateinischen hervorgegangen: Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch – sogar Rumänisch ist eine romanische Sprache! Und ungefähr 60% des englischen Wortschatzes lassen sich aus dem Lateinischen herleiten.
Auch viele Fremdwörter stammen aus dem Lateinischen: So steigst du vielleicht jeden Morgen in einen Omnibus (für alle), dir ist die Benutzung eines Computers (computare: rechnen) selbstverständlich und manchmal schaust du dem fenestra (Fenster). Isst du gern mal ein Eis mit dem Namen „Magnum“ (groß)?

Welche Lerninhalte gibt es im Lateinunterricht?

Hauptsächlich lernst du natürlich die Sprache. Du wirst aber auch vieles über das Leben in der Antike lernen: Wie sah der Alltag einer römischen Familie aus? Was haben die Kinder den ganzen Tag gemacht? Wie lebten sie? Welche Arbeiten mussten die Sklaven erledigen?  Und… und… und….

 

Hier siehst du das berühmte Marcellus-Theater. Später hat man hier Wohnungen darüber gebaut. Die Römer liebten – ähnlich wie wir heute - z.B. Liebesgeschichten mit einem Happy End oder Konflikte zwischen Eltern und Kindern auf der Bühne. Es durfte auch ruhig ordentlich geflucht werden.

Und auch Museumsbesuche gehören zum Programm. Findest du heraus, welcher Gott hier dargestellt ist?

 

Findest du heraus, welcher Gott das ist? Achte mal auf die Kopfbedeckung und den Zauberstab. Oft trägt dieser Gott auch geflügelte Schuhe. Er ist ziemlich schlau, und er schreckt auch nicht davor zurück, andere hereinzulegen.

Nach ca. dreieinhalb Jahren Arbeit mit einem abwechslungsreichen Lehrbuch ist es so weit: Du kannst dann berühmte Texte übersetzen, die Schriftsteller damals wirklich geschrieben haben, von philosophischen Schriften bis hin zu Tipps für angehende Liebhaber, von Geschichten aus der Mythologie bis hin zu geschönten Berichten, die der berühmte Caesar aus Gallien nach Rom schickte (und dessen Absichten du auf die Spur kommen wirst). Übersetzungsarbeit ähnelt etwas der Arbeit von Detektiven: Man muss oft herausfinden, was wohl gemeint sein könnte und welche deutsche Formulierung den Sinn am besten trifft. Man trainiert also auch die deutsche Sprache und Grammatik. Aber das Übersetzen ist dabei nur ein Teil der Arbeit. Es gilt, sich auch kritisch mit den Textinhalten auseinanderzusetzen und immer wieder Vergleiche zu unserer heutigen Zeit zu ziehen.

Ist Latein schwer?

Du musst regelmäßig Vokabeln lernen. Wenn du den Wortschatz und die Grammatik gut beherrschst, fällt dir das Verständnis der Texte nicht schwer.

Kann ich Latein auch als dritte Fremdsprache lernen?

Wenn sich genügend interessierte Schüler*innen finden, dann bieten wir Latein auch als dritte Fremdsprache ab Klasse 8 an.  

Wann bekomme ich denn das Latinum?

Am Ende der 11. Jahrgangsstufe (bei Latein als dritter Fremdsprache erst zum Abitur)  erhältst du das Latinum, wenn du mindestens die Note Vier erreichst.  An einigen Universitäten wird für das Studium bestimmter Fächer das Latinum verlangt.

Der Fachbereich Latein freut sich auf dich.

Fotos: von P. Schaeffer

Lösung: Die Statue zeigt den Götterboten Hermes.

 

Bewertungsraster Latein Juni 17

 

Lateintag an der Universität Potsdam

Der 5. Oktober stand für den Latein Grundkurs ganz im Zeichen des 14. Lateintages.
Wir fuhren, wie die anderen 500 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler, auf den Campus Griebnitzsee der Universität Potsdam.
Das diesjährige Thema lautete „Im Schatten der Gesellschaft? Roms Umgang mit sozialen Randgruppen“. Ziel war es, uns den Umgang mit Randgruppen der Gesellschaft in der Antike näherzubringen und zu einem Vergleich mit aktuellen gesellschaftlichen Verhältnissen anzuregen.
Der erste Vortrag von Frau Dr. Meike Rühl befasste sich mit dem Thema „Wahre Helden? Wie Rom auf die Gladiatoren hinabschaut“. Sie erläuterte informativ, wer und wie man Gladiator werden konnte, wie oft Gladiatorenkämpfe stattfanden, deren Ablauf sowie die Entstehungsgeschichte und den Aufbau von Amphitheatern.
In ihrem Fazit schlussfolgerte sie, dass Gladiatoren alle Eigenschaften eines guten Römers (virtus) verkörperten und auf diese Art und Weise der Gesellschaft ein Spiegelbild vorhielten. Da Gladiatoren unfrei und sozial abhängig waren, entstehe eine paradoxe Beziehung zur Gesellschaft, in der Gladiatoren einerseits als Helden angesehen werden, auf die die Gesellschaft andererseits hinabschaut.
Nach einer kurzen Pause begann Frau Dr. Nicola Hömke mit ihrem Vortrag zum Thema „Zahnlos aber zauberkundig - die hässliche Alte in antiker Kunst und Literatur“. Thematisiert wurden drei Archetypen von nicht geachteten alten Frauen. Dazu analysierte sie, wie ältere Frauen von Dichtern durch Tiervergleiche, die ihnen die Menschlichkeit absprechen sollten, verunglimpft wurden. Exemplarisch betrachtete Hömke die Statue der „trunkene Alten“ in der Münchener Glyptothek und ging auf deren Geschichte und Wirkung sowie auf den gesellschaftlichen Stand der dargestellten Frau ein.
Am Nachmittag belegten wir ein Seminar zum Thema „Die frühen Christen als Außenseiter der römischen Gesellschaft von Paulus bis Plinius“.
Während dieses Seminars befassten wir uns mit typischen Vorurteilen gegenüber damaligen Christen. Besonders interessant war, dass kein willkürliches Vorgehen gegen Christen, sondern die Einhaltung von Prozessnormen durchaus der Fall war.
Der 14. Lateintag wird uns durch zahlreiche neue und erhellende Wissenszuwächse positiv in Erinnerung bleiben.
Yunus Becker Q3

 

Ovid in der Gemäldegalerie

Am Freitag, dem 10. Januar 2014, besuchte unser Latein-Kurs die Gemäldegalerie am Kulturforum.
Da wir uns im vergangenen Semester mit Sagen Ovids beschäftigt hatten, sahen wir uns zum Abschluss dieser Unterrichtseinheit Bilder zur griechischen Mythologie an, über deren Thematik auch Ovid schrieb.

Zu den jeweiligen Bildern hielt dann vor Ort jeder ein oder zwei Kurzreferate, bei dem er beschrieb, was auf dem Bild zu sehen war und worum in der jeweiligen Geschichte ging.

Beispielsweise hörten wir die Geschichten  von den lykischen Bauern, Perseus und Andromeda und von der Entführung der Europa.
Clara Heß, 2. Semester