Latein

Das Fach Latein an unserer Schule

Was ist das denn?

Latein haben vor etwa 2000 Jahren die alten Römer gesprochen und geschrieben.
Roma, die Hauptstadt Italiens, wurde der Sage nach im Jahre 753 v. Chr. von Romulus in der Landschaft Latium gegründet, nach deren Bewohnern – den Latinern – die Sprache der Römer ihren Namen erhalten hat.
Die Römer dehnten ihr Reich über den gesamten Mittelmeerraum bis nördlich der Alpen aus – sie schufen sogar britische und germanische Provinzen -  und hinterließen neben  ihrer Kultur und vielen Tempeln, Thermen oder Aquädukten eben auch ihre Sprache.

Aber was hat das denn mit uns heute zu tun?

Viele heutige Sprachen sind aus verschiedenen Dialekten des Lateinischen hervorgegangen: Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch – sogar Rumänisch ist eine romanische Sprache! Und ungefähr 60% des englischen Wortschatzes lassen sich aus dem Lateinischen herleiten.
Auch viele Fremdwörter stammen aus dem Lateinischen: So steigst du vielleicht jeden Morgen in einen Omnibus (für alle), dir ist die Benutzung eines Computers (computare: rechnen) selbstverständlich, vielleicht schaust du während des Unterrichts auch mal aus dem fenestra (Fenster), du legst Wert auf soziale Fähigkeiten in deiner Klasse (socius: der Gefährte) und wünschst dir mehr Humanität (humanitas: Menschlichkeit) in unserer Gesellschaft.
Latein scheint also das sprachliche Fundament der europäischen Völker zu sein…
So ist es! Aber nicht nur die Sprache allein wird dich beschäftigen, wenn du Latein lernen willst. Du wirst auch vieles über das Leben in der Antike lernen: Wie sah der Alltag einer römischen Familie aus? Was haben die Kinder den ganzen Tag gemacht? Wie wohnten sie? Was aßen sie? Besuchten die römischen Kinder eine Schule? Welche Arbeiten mussten die Sklaven erledigen?  Und… und… und….
Nach ca. dreieinhalb Jahren Arbeit mit einem abwechslungsreichen Lehrbuch ist es so weit: Du kannst dann berühmte Texte übersetzen, die Schriftsteller damals wirklich geschrieben haben, von philosophischen Schriften bis hin zu Tipps für angehende Liebhaber -  viele Literaturgattungen sind vertreten. Übersetzungsarbeit ähnelt etwas der Arbeit von Detektiven: Man muss oft herausfinden, was wohl gemeint sein könnte und welche deutsche Formulierung den Sinn am besten trifft. Man trainiert also auch die deutsche Sprache. Aber das Übersetzen ist dabei nur ein Teil der Arbeit. Es gilt, sich auch kritisch mit den Textinhalten auseinanderzusetzen und immer wieder Vergleiche zu unser heutigen Zeit zu ziehen. Denn die Antike schuf auch in kultureller Hinsicht die Grundlage für unsere Kultur.  
Stimmt denn dieses Sprichwort:“ Non scholae, sed vitae discimus“ (nicht für die Schule,sondern für das Leben lernen wir)?
Humanistische Bildung hat sozusagen kein Verfallsdatum. Infolge der rasanten Entwicklung von Wissenschaft und Technik „veraltet“ Wissen immer schneller. Dabei stellt sich einerseits die Frage nach dauernden Werten und Orientierungsmöglichkeiten. Grundsätzliche Fragen der Lebensgestaltung wurden auch schon vor 2000 Jahren diskutiert. Andererseits müssen wir flexibel sei, uns immer wieder neue Dinge aneignen können. Im Lateinunterricht wirst du auch das Lernen lernen!    
Das klingt aber auch anstrengend!
Um das Lernen kommst du nicht herum! Du wirst aber vieles lernen, was du auch in anderen Fächern gebrauchen kannst: z.B. das Anlegen einer Lernkartei, das Herstellen von Lernplakaten, verschiedene Lernstrategien, Übersetzungsmethoden, Interpretationsmethoden und vieles mehr. Und am Ende erhältst du ein Zertifikat: Das Latinum ist ein anerkannter Abschluss.

Braucht man so etwas denn?

Das Latinum wird an vielen Universitäten verlangt für das  Studium bestimmter Fächer (z.B. Geschichte, Archäologie, Philosophie, Theologie, Deutsch). Auch für die Promotion (Doktorprüfung) wird manchmal das Latinum verlangt.
Übrigens hat zuletzt im Juni 2013 eine 8.Klasse den Wettbewerb „Lebendige Antike“ gewonnen! Thema war: „Auf den Spuren der Antike“. In einer Gemeinschaftsaktion haben die Schülerinnen und Schüler eine Geschichte verfasst und bebildert, in der eine Gruppe von Jugendlichen aus dem alten Rom plötzlich in unserem heutigen Berlin landet und sowohl Fremdes wie auch Vertrautes findet…..
Das klingt ja interessant…
Das ist es auch. Allerdings kann man die lateinischen Texte nicht so lesen wie einen deutschen, auch nicht wie einen englischen. Eine Übersetzung muss immer erst erarbeitet werden. Und um das Lernen von Vokabeln und von Grammatik kommt keiner herum!
Es ist aber eben auch eine besondere Qualifikation, Latein zu können!
Patricia Schaeffer, FB Latein

 

Lateintag an der Universität Potsdam

Der 5. Oktober stand für den Latein Grundkurs ganz im Zeichen des 14. Lateintages.
Wir fuhren, wie die anderen 500 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler, auf den Campus Griebnitzsee der Universität Potsdam.
Das diesjährige Thema lautete „Im Schatten der Gesellschaft? Roms Umgang mit sozialen Randgruppen“. Ziel war es, uns den Umgang mit Randgruppen der Gesellschaft in der Antike näherzubringen und zu einem Vergleich mit aktuellen gesellschaftlichen Verhältnissen anzuregen.
Der erste Vortrag von Frau Dr. Meike Rühl befasste sich mit dem Thema „Wahre Helden? Wie Rom auf die Gladiatoren hinabschaut“. Sie erläuterte informativ, wer und wie man Gladiator werden konnte, wie oft Gladiatorenkämpfe stattfanden, deren Ablauf sowie die Entstehungsgeschichte und den Aufbau von Amphitheatern.
In ihrem Fazit schlussfolgerte sie, dass Gladiatoren alle Eigenschaften eines guten Römers (virtus) verkörperten und auf diese Art und Weise der Gesellschaft ein Spiegelbild vorhielten. Da Gladiatoren unfrei und sozial abhängig waren, entstehe eine paradoxe Beziehung zur Gesellschaft, in der Gladiatoren einerseits als Helden angesehen werden, auf die die Gesellschaft andererseits hinabschaut.
Nach einer kurzen Pause begann Frau Dr. Nicola Hömke mit ihrem Vortrag zum Thema „Zahnlos aber zauberkundig - die hässliche Alte in antiker Kunst und Literatur“. Thematisiert wurden drei Archetypen von nicht geachteten alten Frauen. Dazu analysierte sie, wie ältere Frauen von Dichtern durch Tiervergleiche, die ihnen die Menschlichkeit absprechen sollten, verunglimpft wurden. Exemplarisch betrachtete Hömke die Statue der „trunkene Alten“ in der Münchener Glyptothek und ging auf deren Geschichte und Wirkung sowie auf den gesellschaftlichen Stand der dargestellten Frau ein.
Am Nachmittag belegten wir ein Seminar zum Thema „Die frühen Christen als Außenseiter der römischen Gesellschaft von Paulus bis Plinius“.
Während dieses Seminars befassten wir uns mit typischen Vorurteilen gegenüber damaligen Christen. Besonders interessant war, dass kein willkürliches Vorgehen gegen Christen, sondern die Einhaltung von Prozessnormen durchaus der Fall war.
Der 14. Lateintag wird uns durch zahlreiche neue und erhellende Wissenszuwächse positiv in Erinnerung bleiben.
Yunus Becker Q3

 

Ovid in der Gemäldegalerie

Am Freitag, dem 10. Januar 2014, besuchte unser Latein-Kurs die Gemäldegalerie am Kulturforum.
Da wir uns im vergangenen Semester mit Sagen Ovids beschäftigt hatten, sahen wir uns zum Abschluss dieser Unterrichtseinheit Bilder zur griechischen Mythologie an, über deren Thematik auch Ovid schrieb.

Zu den jeweiligen Bildern hielt dann vor Ort jeder ein oder zwei Kurzreferate, bei dem er beschrieb, was auf dem Bild zu sehen war und worum in der jeweiligen Geschichte ging.

Beispielsweise hörten wir die Geschichten  von den lykischen Bauern, Perseus und Andromeda und von der Entführung der Europa.
Clara Heß, 2. Semester